Essen

Ein kultureller Höhepunkt einer jeden Reise sollte das Essen sein. Gemeint ist dabei natürlich die typische Landesküche und nicht der oft rettende Italiener ums Eck. Es ist allerdings nicht ganz einfach das typische lokale Essen herauszufiltern. Viele der Gerichte sind aus anderen Landesküchen vergleichbarer Breitengraden bereits bekannt und muten übernommen an. Wer aber jetzt, was, wie, wo, wann zuerst zubereitet hat, ist wohl kaum zu klären – zumindest nicht, ohne grössere Debatten vom Zaum zu brechen. Allerdings lassen die geografische Lage und die starken Einflüsse aus Indien die eine oder andere Vermutung zu, stechen sie doch etwas aus dem mir bekannten Muster arabischer Speisen heraus. Für uns bedeutet dies aber ein breites Angebot unterschiedlicher Einflüssen, Geschmäckern und Kulturen – mjami!

Eine Freude ist der hohe hygienische Standard, welcher wohl auch regelmässig kontrolliert wird. Er erleichtert die Entscheidung, dass wir uns getrauen uns über die Strasse, gemeinsam mit der lokalen Bevölkerung zu ernähren.

Street Food – einfach aber lecker

Das Angebot ist da allerdings überschaubar und bis auf kleine Abweichungen, bieten alle Stände mehr oder weniger die gleichen Speisen an. Das Grundangebot besteht aus Mishkak, kleinen Fleischspiessen in den Geschacksrichtungen Rind, Huhn, Shrimp und Kalmar. Die Spiesse erhalten jeweils eine eigene Würzung und werden direkt über der Holzkohle gegrillt. Dazu wird Chapati gegessen. Ein einfaches Weizen Fladenbrot welches in Stücke gerissen und jeweils um einen kleinen Happen Fleisch gewickelt wird. Gegessen wird direkt mit der Hand. Manch ein Stand hat noch Mais für auf den Grill, dann ist’s das auch schon mit Gemüse. Kein Wunder lieben die Kinder dieses einfach aber durchaus schmackhafte Essen und wir haben die ersten Tage kaum eine Chance, sie von etwas anderem zu überzeugen.

happy kids = happy parents

Die Neugier auf kulinarische Erkundungstouren scheint dieser positive Einstieg allerdings geweckt zu haben. Heute essen wir traditionell arabisch. Traditionell essen heisst in diesem Zusammenhang aber auch Warlord Bo und die Männlichkeit. Irgendwie endet diese Begegnung immer gleich und so werden wir ins Familienseparee geleitet. Der Hauptspeisesaal ist ausschliesslich den Männern vorbehalten.

unter uns im Familienseparee

Der kleine Raum, in dem wir uns wenig später finden, versprüht den Charme einer Besuchszelle im Frauenknast. Auch die Kinder lächeln artig, und freuen sich, dass sie Mama endlich wieder einmal besuchen dürfen. Was uns fremd anmutet, ist hier aber gang und gäbe und nicht nur ein Auffangbehälter für Ungläubige. Auch der «Wärter» ist ausserordentlich freundlich und geduldig. Mit drei Worten Englisch, Händen und bebilderten Speisekarten bestellen wir. Auch hier wird eigentlich wieder mit den Händen gegessen, aber wir bekommen dankenswerter Weise noch ein paar Löffel dazu. Geschmacklich offenbart sich uns hier keine neue Welt. Den Kindern ist das Essen zu scharf und auch wir empfinden es eher auf der würzigen Seite. Alles in allem schmeckt es gut, aber wir würden keine Umwege dafür in Kauf nehmen. Aber da geht sicherlich noch mehr. Mal sehen was die weiteren Tage noch für lukullische Überraschungen bereithalten…

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