Ehrlich gesagt habe ich keine Ahnung wie Jungs von Pink Floyd ihrer Zeit auf diesen Titel gekommen sind, berauschend ist der Anblick aber auf jedem Fall!
Ich weiss, ich habe vor drei Jahren auch über den Sternenhimmel in Namibia geschrieben, aber so ein reiner Sternenhimmel ist nun einmal unglaublich faszinierend und auf alle Fälle einem eigenen Beitrag würdig. Zudem war gerade Neumond und die Kameratechnologie ist in den Handys dank KI soviel besser geworden, dass diese Bilder aus blosser Hand geschossen tatsächlich erstaunlich gut werden, aber alles der Reihe nach…
Heute schlafen wir unter freiem Himmel, ohne Zaun, ohne Feuer (nur am Abend um uns zu wärmen), ohne Wächter. Einfach ein hoffentlich warmes «Bett» unter freiem Himmel. Das klingt nach den bisherigen nächtlichen Erlebnissen absurd, ist aber tatsächlich der Plan. Stattfinden soll das ganze in der Ntwetwe Salzpfanne. Teil eines ursprünglich riesigen Sees, welcher vom Okavango und Sambesi von Norden her mit Wasser gespiessen wurde. Durch Erdverschiebungen vor tausenden vor Jahren wurden die Flüsseläufe verändert. Die entstanden Hebungen haben das Wasser zurückbehalten oder umgeleitet. Der Okavango formte das Delta und liess den artenreichsten Lebensraum der Welt entstehen, der Sambesi bewegte sich ostwärts und stürzt sich seither bei den Viktoriafällen in die Tiefe. Der See trocknete nach und nach aus. Das mitgeführte Salz lagerte sich dabei am Grund des Bodens ab, es entstand die heutige Salzpfanne.
So ist die Landschaft in der Trockenzeit von Juni bis November eine Einöde, in welcher nahezu jegliches Leben ausgelöscht ist. Kein einziges Gräschen wächst da, und so gibt es da auch keine Tiere, nicht einmal Moskitos. Eine Kuriosität beherbergt die Pfanne allerdings. Schon bald unter der Oberfläche ist der Boden nach wie vor feucht und stellenweise sogar nass. In dieser Umgebung liegen millionen von Shrimp Eiern und warten auf den jährlichen Regen. Bei heftigen Regenfällen steigt dann das Wasser in der Pfanne kniehoch. Jetzt erwachen die Shrimp zum Leben und bevölkern das flache Gewässer. Natürlich geschieht die nicht unbemerkt und so ziehen jährlich in der Regenzeit millionen von Flamingos in dieses Gebiet und erfreuen sich ob dem angerichteten Cocktail.
So schreibe ich in dieser Nacht ein modernes Märchen «Der Prinz auf den Shrimp Eiern».
Bevor wir aber die Nacht angehen müssen wir natürlich erst einmal dahin und da es keinen Sinn macht gleich am Rand der Salzwüste zu nächtigen, dauert die Fahrt doch auch wieder seine Zeit.
Der Weg dahin wir uns allerdings von einer Kollonie Erdmännchen versüsst. Die putzigen Tiere kenne ich ja nur aus Filmen oder dem Zolli, aber sie in der freien Natur zu sehen, macht einfach nur glücklich – auch wenn das Schmatzen und Knacken, wenn sie eine Spinne oder einen Skorpion verputzen, den Jö-Faktor doch etwas schmälern. Natürlich sind das keine vollständig wilden Erdmännchen, die wären schneller weg, als ich meine Kamera bereit hätte. Die Kollonie hat seit Jahren einen ständigen menschlichen Mitbewohner resp. Begleiter. So haben sie sich über die Zeit an die Anwesenheit von Menschen gewöhnt und ergreifen nicht sofort die Flucht. Auf ihr restliches Verhalten hat dies allerdings keinen Einfluss. Sie buddeln fleissig die ganze Zeit nach allem was da kreucht und fleucht und reagieren auf unerwartete Bewegungen oder Geräusche nach wie vor sehr aufmerksam und scheu.


Nach einer guten Stunde verabschieden wir uns von der Kollonie und fahren zum nächsten Ereignis. Len und J werden die letzten paar Kilometer auf Quad Bikes zurücklegen. Milo und ich dürfen/wollen/müssen die restliche Strecke im Jeep verbringen. Eine rasant-staubige Angelegenheit…

…dann sind wir endlich da, wir beziehen unser Nachtlager.

…ohne Worte…







Tatsächlich, wir haben überlebt und wurden nicht gefressen. Mit Stolz zähle ich ab sofort auch zu den Boduinen.

Schreiben Sie einen Kommentar