Wie eigentlich immer vor einer grösseren Reise checkt mein Hirn im Stillen (und manchmal etwas lauter) die möglichen Gefahren des Reiseziels. Während andere sich freudig mit tollen Bildern oder Filmen der Traumdestination befassen, tauche ich in die bürokratisch nüchterne Sachlichkeit der EDA Homepage. Terrorismus und Entführungen, Erdbeben, Radioaktivität, nein, nein, nein, aaaah, da endlich: «Reisen nach Botsuana gelten grundsätzlich als sicher.»
Did you know?
Der offizielle Name von Botswana lautet Republik Botsuana, weit gebräuchlicher, auch im Deutschen, ist allerdings die Schreibweise Botswana.
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Das erfreut ja schonmal grundsätzlich. Keine Bandenschiessereien, keine Entführungen und kein AKW, welches strahlend in der Landschaft steht. Doch natürlich sind da noch ein paar naturbedingte Urängste, die mehr oder minder Relevanz haben. Wären da…
Malaria
Verdammte kleine Mücke. Reicht es nicht, dass du mir hier in Reinach von Zeit zu Zeit schrill quietschend den Schlaf raubst, jetzt hast du noch eine zweite Superwaffe dabei? – Quasi eine Ulti, damit die allenfalls jüngere Leserschaft an dieser Stelle nicht abreisst.

Nun denn, dagegen hilft wohl nur Vorsicht. Möglichst nicht stechen lassen, helle lange Kleidung (wahlweise mit einem Insektenschutz imprägniert) und als Notnagel eine vollbepackte Reiseapotheke. Check.
Grösseres Getier und weitere Ängste
Zugegeben, da spielen in erste Linie drei fromme Wünsche mit:
- wir brauchen die Dinger gar nicht
- wenn wir sie brauchen, dann bringen sie was
- sie verkommen nicht zum Spielzeug und machen uns während der Fahrt oder im Zelt taub
Vermutlich wird Punkt drei eintreffen und ich schenke die Tornados (mit kleiner diebischer Freude) einem fremden Kind, welches mir über den Weg läuft. Aber was soll ich machen verdammt, so ein Spaziergang durch den Transa funktioniert wie der Besuch im Baumarkt. An jedem zweite Regal liegt was und flüstert leise (auf einer nur für Männer hörbaren Frequenz) «…komm her, schau mich an, du brauchst mich, du weisst es – NIMM MICH!!!». Unweigerlich beginnen im meinem Kopf kleine Trickfilme zu laufen, bei denen die Frau mit dem Nudelholz hinter der Türe steht und wartet bis der Mann durch diese nach Hause kommt. Das «NIMM MICH!!!» hat am Ende gesiegt und noch an der Kasse überlege ich mir, wie ich die Dinger am besten platziere. Vermutlich erst den Kindern zeigen und Begeisterung wecken, das könnte klappen, jawohl, so mach ich das…

Ich muss mal
Zu guter Letzt noch ein wirkliche «Gefahr». Potenziell nicht letal, aber trotzdem mit einem gewissen Impact auf die Gemütlichkeit. Kaum ist nämlich das Bierchen am Lagerfeuer leer, beginnt mit einsetzender Dämmerung die Zeit der Tiere. Für uns bedeutet das je nach Umgebung mehr oder minder zügig in unsere Zelter zu krabbeln. Freilich krabbelt das Bierchen mit aufs Dach und will da hoffentlich auch bis zum nächsten Morgen bleiben. Fall das aber nicht gelingt, muss der mutige Jonhy Wee zur Tat schreiten. Wer jetzt an einen Song der Hooters denkt liegt falsch, wobei «Jonhy Wee, how much I have to…» an dieser Stelle auch gehen würde.

Ich oder mein Hirn haben ja zu Beginn immer automatisch ‚Johnny Wee *höhö!*‘ gelesen. Das ‚höhö‘ gehört dabei freilich zur Leseart, aber das Dingens heisst tatsächli ‚Jonhy Wee *hääää?*‘ Ein Mix Johnny und Yoni oder was genau? Zumindest wäre dann auch der Name unisex, aber die Auflösung geht in eine ganz andere Richtung.
Das Wort JOHN – ein altmodischer Begriff aus dem Englischen für Toilette, HY -die ersten Buchstaben von Hygiene und WEE – ein umgangssprachlicher Begriff für Pinkeln, den selbst die Kleinsten im Englischen verstehen, bildeten den neuen Namen – Jonhy Wee
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Na denn, ich hoffe an dieser Stelle, dass die mein letzter Post über Jonhy war und ich nun für sämtlich menschlichen und übermenschlichen Gefahren und Ängste gewappnet bin. Let the saga continue…
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